Natives Olivenöl extra kann kein Billigöl sein!

Lesen Sie hier u.a. auch Auszüge aus dem Artikel "Etikettenschwindel" aus "Der Feinschmecker", Maiausgabe 2005

Zur Preisgestaltung beim Olivenöl :

Die relativ alte Rasse unserer Olivenbäume (Koroneiki) trägt erst nach 10 - 15 Jahren sorgfältiger Kultivierung Früchte; der Ertrag eines Baumes schwankt bei uns dann zwischen 2-5 Litern Olivenöl im Jahr. Viel Handarbeit ist gefordert, speziell bei der Herstellung einer hervorragenden Qualität - und das auch beispielsweise in den Jahren der immer wiederkehrenden Fruchtpausen!
Auf Baumschnitt und Ernte entfallen ca. 60% der Kosten. Preisvergleiche nach oben sind schwer durchzuführen, denn "nach oben" sind der Phantasie offenbar keine Grenzen gesetzt. Berücksichtigen kann man dennoch unterschiedliche Faktoren wie: Arbeitslöhne, topographische Voraussetzungen, Bedingungen eines Familienbetriebes und andere einer Genossenschaft, Möglichkeiten des Großunternehmers, keine sortenreine Qualität durch Zumischung aus anderen Regionen, unterschiedliche Gewinnvorstellungen, etc...

Allein die unteren Preisklassen demaskieren sich auf einfache Weise: ein angeblich "Natives Olivenöl extra" im Regal für drei oder vier Euro ließe sich zu diesem Preis in keiner europäischen Olivenmühle auch nur herstellen!

Hier nun Auszüge eines hervorragenden Artikels von H.Schäfer-Schuchardt und Kersten Wetenkamp, Mai 2005 in "Der Feinschmecker".
Die Gourmetzeitschrift ließ 4 "Native Olivenöle extra", die zu Dumpingpreisen im Handel erhältlich waren, nach neuesten Methoden in zwei Labors untersuchen.
Ergebnis: Mogelpackungen beispielhafter Supermärkte versprachen einen anderen Inhalt!

"......Zwischen dieser Supermarktware und vier weiteren Olivenölen mit genauer Herkunfts-und Produzentenangabe, die wir zum Vergleich ebenfalls geprüft haben, liegen nicht nur geschmackliche Welten. Tatsächlich sind die vorgeblich erstklassigen Olivenöle im Discounter offensichtlich raffiniert, also thermisch behandelt worden. Wir haben es mit einer klassischen Verbrauchertäuschung zu tun...................

............mit der bisher angewandten chemischen Analyse war den Diskounter-Ölen nichts Negatives nachzuweisen. Bei diesen Tests wird vor allem die Konzentration von Ölsäure als Indikator für die Olivenölqualität gemessen, und sie liegt bei den von uns untersuchten Beispielen aus dem Supermarkt unterhalb des gesetzlichen Grenzwertes von 0,8 Prozent.

Aber es gibt daneben noch andere Wahrheiten.So ist es naiv anzunehmen, zu Schleuderpreisen angebotene Öle mit klangvollem Namen ..........stammen tatsächlich aus Italien. Dafür sind sie viel zu billig - ihre Preise liegen unterhalb der dortigen Produktionskosten...Mit allen Ausgaben für Verarbeitung und Verpackung liegen die reinen Herstellungskosten für "Natives Olivenöl Extra" direkt ab Ölmühle bei etwa 3,50 Euro pro halben Liter............

........Doch die beschriebenen Discount-Öle sind auch nicht "nativ extra" im Sinne der amtlichen Definition, also "mit rein mechanischen Verfahren gewonnen"...Die Befunde einer neuen, hochpräzisen chemischen Analyse sprechen eine klare Sprache: Die vier untersuchten Öle der Supermärkte sind thermisch behandelt worden."


(Wärmebehandlung ist anhand der Diglyceride im Olivenöl nachzuweisen, Methode nach dem Chemiker Andrea Serani, 2001, Italien)

"....Halten wir fest, dass weltweit in der Ernte 2003/04 laut COI (Internationales Olivenöl-Konzil in Madrid) 3 162 000 Tonnen Olivenöl produziert wurden. Davon entfallen bei starker Hochrechnung lediglich rund 5% auf die erste Kategorie "Natives Olivenöl Extra"...........Fast 70% aber sind "Lampantöl " der dritten Kategorie. ....Solches Öl ist jedoch nicht für den menschlichen Verzehr geeignet. Der Witz ist freilich: In den Supermärkten und Discountern existiert ausschließlich als "Natives Olivenöl Extra" deklariertes Öl, also die höchste Güteklasse......Wie durch Zauberhand ist offenbar aus billigem, einfachem Öl "Natives Olivenöl Extra" geworden, das Millionen Kunden in Europa in gutem Glauben kaufen, sich damit gut und gesund zu ernähren. Gegen Betrug hat die Europäische Gemeinschaft natürlich verschiedene Schutzmaßnahmen geplant. Doch die reichen wegen der immer ausgefeilteren Tricktechnik der Ölindustrie längst nicht aus......

Fazit: Lassen Sie sich nicht für dumm verkaufen! Prüfen Sie auf den Etiketten das Kleingedruckte.
Überlegen Sie, ob Dumpingpreise von unter 5 Euro pro Liter für Qualität stehen können!
Die Gesetzgeber sind aufgefordert, ihre Analysemethoden zu verschärfen. Und die Discount-Anbieter werden über kurz oder lang ihre Flaschen umetikettieren müssen."


(Der Feinschmecker,5/2005)

Hier nun einige Fakten und Beispiele zu den Kosten von Olivenöl, die wir Ihnen auch in dem Kapitel: "Ernte" vorgestellt haben :
4 bezahlte Arbeitskräfte ernteten 8 Stunden; je Stunde für das Team 25,- Euro  (7,- Euro die Helfer, 8,- Euro der "Baumschneider")
Lohnkosten: 232,- Euro. - Geerntet wurden 380 Kilo Oliven
Sie erbrachten 69 Kilo Olivenöl, entspricht ca.75 Litern Olivenöl
Kosten für die Olivenmühle: 33.- Euro. - Lohnkosten für 3 Helfer beim Ästesammeln fürs Häckseln: 135.- Euro
Kosten pro kg Olivenöl noch in der Mühle: mehr als 5,80 Euro!

Und nun kommen die Kosten für chemische Analyse, Abfüllung, Flaschen, Kanister, Löhne, Spedition, Lager, Versand, Steuerberater etc etc hinzu!
NICHT berechnet:
- unsere Eigenleistung während des Erntetages
- unsere Investitionen in Grundstück und Geräte
- Grundstück- und Baumpflege 2x jährlicher Baumschnitt)
- das Häckseln der Äste und spätere Einmulchen
- das mehrfache Mähen der Haine
Diese Kosten möchten wir gar nicht ausrechnen... .


Mit ALISSEOS vertrauen Sie - in vielen Fällen ja nun schon seit langen Jahren - einem kleinen Hersteller von feinstem Olivenöl.
"Vertrauen ist gut - Kontrolle ist besser" ist Ihr Motto? Umso besser: schauen Sie sich unsere jährlichen umfangreichen chemischen Analysen an!

Ihr Vertrauen ist unser Auftrag, und ganz sicher mit ein Grund dafür, dass uns unsere Arbeit richtig Spass macht! Vielen Dank!

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